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Die transsibirische Eisenbahn     

Der Zug setzte sich in Bewegung.

In Omsk wurde ich zum Glück von einem Couchsurfer aufgeklärt, welche Plätze im sogenannten Platzkart-Wagon die besten sind. Nämlich mittig im Wagen, im vierer Abteil, oben. Dort kann man sich immer hinlegen. Denn zum Sitzen geht es zum Nachbarn runter.

Toiletten gab es am Anfang und Ende jedes Wagons. ABER keine Duschen. Das konnte lustig werden.

Im ganzen Wagon gab es auch nur 2 Steckdosen. Aber fast jeder hier hatte ein Smartphone in der Hand. Man musste also schon genau planen, wann man sein Handy laden konnte. Auch muss man dann neben der Steckdose warten, bis es voll ist. Mein iPhone wollte ich nicht unbeobachtet einfach an der Dose liegen lassen. Das hieß 2 Stunden daneben stehen und warten. Kleiner Tipp: nur bis 80% laden. Das geht ziemlich fix. Ab 80% dauert es aber noch ewig bis 100%.

Ich hatte eigentlich vor die 6 Tage nichts zu essen. Nur Tee. Aber die Rechnung hatte ich nicht mit den Russen gemacht. Als sie merkten, dass ich den halben Tag nichts gegessn hatte, ging es los. Ich bekam Fisch, Brot, Kekse, Äpfel und und und. Also wurde es doch nichts mit abnehmen. Nachdem ich die Franzosen in der Mongolei getroffen hatte, habe ich meine verlorenen Pfunde aus Kasachstan schnell wieder auf den Hüften. Da wollte ich im Zug wenigstens noch ein bisschen daran Arbeiten.

Ich verbesserte auch mein russisch im Zug. Ich unterhielt mich mit einem Soldaten über das russische und deutsche Schulsystem. Mit einem Chinesen über das Leben in China, und mit vielen älteren Damen über den Krieg und ihre Ehemänner.

Natürlich durfte zu allem der Wodka nicht fehlen. Das ging dann schon nach dem Aufstehen los. Deshalb schlief ich immer bis mindestens 12. Oder las an meinem 900 Seiten Buch weiter, dass ich mir in Wladiwostok gekauft hatte. Gute Entscheidung. (In Moskau war ich dann durch). Alles in allem war aber kaum jemand betrunken. Bis auf 2 in meinem Abteil. Der eine verzierte den Flur nachts mit seinem Mageninhalt.

Ansonsten habe ich nicht viel gemacht. Wenn man 6 Tage im Zug sitzt, wird auch aus dem Fenster schauen irgendwann einmal langweilig. Die Landschaft verändert sich nicht wirklich. Nur die Strecke am Baikalsee entlang ist erwähnenswert. Hier wurden alle Fenster im Zug geöffnet, um die frische gesunde Seeluft herein zu lassen.

In jedem Wagon gibt es einen Wasserkocher. Dieser wird mit Holzscheiteln betrieben. Alles was man im Zug trinkt oder isst, wird mit diesem Wasser zubereitet. Tee, fertig Nudeln,...

Da ich keine Tasse hatte, bekam ich sogar eine Geschenkt.

Ein paar Wagen weiter gibt es auch einen Restaurantwagon. Hier kann man für 5-10€ etwas essen. Ich testete das Essen nur einmal, denn wie gesagt, wurde ich in meinem Wagon von jedem durchgefüttert.

Dank dem fast nahtlosen Handynetz, konnte ich auch mit meiner Familie und Freunden daheim chatten. Das tat gut. Auch machte ich mich über Flüge nach München schlau. Ich wollte das Ticket stilecht direkt am Tag der Abreise direkt am Flughafen kaufen.

Man schläft erstaunlich gut im Zug. Bettlaken, Kissen, Decke. Alles ist vorhanden. Im oberen Bett wird man noch von einer kleinen Eisenstange gesichert, damit man nicht herunter fällt. 80cm dürfte die Breite gewesen sein. Alles sehr kuschlig. Platzangst darf man keine haben, denn die Decke ist keine 30cm vom Gesicht entfernt.

Trotz 6 Tagen im Zug, kamen wir auf die Minute in Moskau an. Die russischen Züge sind immer so pünkltich, weil die Fahrzeiten mehr als großzügig gerechnet sind. Deswegen sind wir die letzten 50km in den Bahnhof mit maximal 20km/h geschlichen.

Vielleicht noch zum Fahrplan selber. Der maximale Aufenthalt in einer Stadt auf der Bahnstrecke betrug 40 Minuten. Ansonsten hat man 2-10 Minuten um schnell auszusteigen und seine Essensvorräte an den diversen kleinen Kiosken aufzustocken. Ab und an fährt auch eine Angestellte mit einem kleinen Wagen durch die Wagons, bei der man auch vieles bekommt.

Für die Fahrt selber würde ich Besteck, Tasse, Schneidbrett, InEar Kopfhörer, Buch empfehlen. Und vielleicht auch gleich alles an Nahrungsmitteln mitnehmen. Aber Nonstop würde ich die Strecke nicht abfahren. Man sollte schon in den Städten aussteigen und diese besichtigen. Ich hatte aber ja schon alle gesehen und heim wollte ich auch :-D

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