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Олгии / Olgii     

Olgii... 24... Das is die magische Zahl. 24 Tage brachte ich in dieser Stadt hinter mich.

Olgii mag eine nette Kleinstadt sein. Die erste, die man sieht, wenn man vorhat Mongolia zu durchqueren.

Man hat also die ersten 100 Kilometer ohne Asphalt hinter sich und ist froh die geteerten Straßen von Olgii unter sich zu haben.

Man freut sich über die vielen mittelgroßen Supermärkte, in denen man alles bekommt, was man zur Weiterreise braucht. Nicht günstig, aber auch nicht teurer als in Europa.

Man kann eine Nacht oder auch zwei im Blue Wolf Camp verbringen. Dort hat man 1 Stunde morgens warme Duschen. Auch richtige Toiletten. Man kann sich mit anderen Travellern unterhalten, die man dort 100%ig trifft.

Aber dann sollte man sich schleinigst vom Acker machen. Denn mehr gibts dort nicht.

Sollte man eine Panne haben, sollte man beten, dass es nichts schlimmes ist und hoffen das Aumin (große Werkstatt) es innerhalb eines Tages richten kann.

Auch die Adler, die zu hunderten über der Stadt kreisen und auch manchmal in Greifnähe kommen, verlieren nach spätestens 2 Wochen ihren Reiz.

Da wäre noch der Bazar. Montags ist alles geöffnet und alles wirkt freundlich. Da trifft es sich gut, dass Montags die Werkstatt zu hat. Dann kann man den Tag auf dem Bazar verbringen und örtliche Delikatessen kosten.

Wem das mongolische Essen auf den Magen schlägt, kann zum Restaurant Pamukale wechsel. Dort gibts türkisch Essen. Falls nicht gerade kein Fleisch in der Küche ist, oder Nudeln, oder eine geröstet Fliege im Hack auftaucht, ist es eigentlich DIE Adresse. Trifft man die Reisenden aus Europa nicht im Blue Wolf, dann hier beim eMails checken. Das Wlan ist sogar ausreichend genug um Skypeanrufe zu tätigen. Ich, zusammen mit den Franzosen, als Stammgäste genossen natürlich besonderen Status und musste nur kurz bis gar nicht auf freie Plätze warten.

Ab der 3ten Woche kennt dann wirklich jeder dein Gesicht. Man wird vom Werkstattchef auf der Straße gegrüßt. Oder der Museums-Leiterin. Auch ein tiefergelegter Pickup grüßt uns regelmäßig. Unsere Gastgeber boten uns aber Vorsicht walten zu lassen. Nun kannten uns alle. Und es soll wahrscheinlicher sein, dass wir überfallen werden.

Apropos: es war nicht gerade günstig das Campinghouse verstärken zu lassen.

Am 24ten Tag stieg Freude in uns allen auf. Wir saßen alle gestriegelt und gesattelt im Auto und wollten weg. Ab auf die Straße und auf zur nahen Grenze.

Noch schnell Diesel getankt..... da war es wieder. Diese Gefühl, das uns Wahnsinnig machte. Dieses Gefühl, dass wir vielleicht alle tot waren und in einer Zwischenwelt gefangen waren, die sich als Olgii tarnte.

NIET DIESEL. Kein Diesel. In ganz Olgii? Die Frage wurde mit ja beantwortet. Vielleicht morgen. Nein! Das konnte doch nicht wahr sein. Ich rief ganz panisch und mit verrückter Stimme, dass wir einen LKW anhalten müssen. Von dem konnten wir ein paar Liter teuer erkaufen. Hauptsache 10 Liter um es bis nach Russland zu schaffen.

Wir klapperten erst einmal alle Tankstellen ab. 1 : ниет (NIET/nein). 2: ниет. 3...4...5...6. Bei der siebten dann да (DA / JA)!!! Wir tankten voll. Und ab gings auf den Weg zur Grenze mit Born To Be Wild aus den Boxen.

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