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Одессе / Odessa und die Abzocker     

Auf dem Weg nach Odessa wollte ich noch durch Tiraspol fahren. Das ist die Hauptstadt des abtrünnigem, nicht anerkanntem Landes Transnistrien.

Mitten in Moldawien tauchte plötzlich eine Grenzstation auf. Ich wurde angehalten und in ein Häuschen geschickt, in dem sich die Grenzer befanden. Diese waren äußerst nett und meinten, ich solle lieber umdrehen. Es gäbe zu viele Probleme an der Grenze in die Ukraine. Erst vor 2 Tage hätten sie dort 2 Deutsche um 1000 Dollar erleichtert. OK, also wieder raus aus der Hütte und schon wollte die Polizei etwas von mir, die ebenfalls an der Grenze stand. Ich wurde in eine andere Hütte geführt und man wollte 20€ haben, weil ich nicht 2 mal vorm Grenzübergang gestoppt hatte. Mir war klar, dass es hier nur um Bestechung ging und gab mich nach einigen Verhandlungen geschlagen...

Es ging ein paar Kilometer zurück und dann nach Süden zur offiziellen Grenze von Moldawien und der Ukraine. Hier verlief alles wunderbar und nach weiteren 30 Minuten befand ich mich im Hostel in Odessa.

Nach einer Dusche ging ich mit Reiseführer bewaffnet in die Stadt. Berühmt ist Odessa für das Nachtleben und auch am Sonntag waren einige unterwegs. Ich machte die Sightseeingtour aus dem Buch und war um 11 wieder im Hostel. Ich fiel todmüde ins Bett.

Am nächsten Tag gings nochmal in die Stadt mit der Hoffnung mein restliches Geld aus Moldawien zu wechseln. Doch keine Bank wollte diese Währung wechseln. Ein Ortsansässiger Souvenierhändler tauschte mir dann das Geld. Es sieht echt aus und der Mann machte einen seriösen Eindruck :-D Mit dem Geld in der Tasche machte ich mich im Hostel fertig und brach nach Kiew auf.

Nach 3 Stunden auf einer 4-6 spurigen autobahnähnlichen Straße, war mir so langweilig, dass ich mich entschied kleinere Straßen in die Hauptstadt zu nehmen. Prompt winkte mir ein Mann wild mit den Händen zu. Es solle etwas mit meinem Motorrad nicht stimmen. Ich hielt an und der Mann versuchte mir weiß zu machen, dass sich meine Bremse gefressen hätte. Die Scheibe war lauwarm... Da hielt ein Auto an und ein anderer Mann stieg aus und erkundigte sich nach meinem Wohl. Nachdem er weitergefahren war, fand der Bremsenmann die Brieftasche des anderen Mannes auf dem Boden mit einigen Scheinen darin. Er steckte sie sich in die Tasche und gab mir zu verstehn Stillschweigen zu bewahren. Kurz darauf kam der andere wieder und vermisste seine Brieftasche. Ich deutete auf den, der sie eingesteckt hatte. Jetzt erkannte ich was hier gespielt wurde. Der Brieftaschenlose wollte jetzt von mir sein Geld wieder :-D das wurde mir zu viel. Ich saß eh schon auf dem Motorrad und lies unbemerkt den ersten Gang einrasten. Ich startete den Motor und brauste davon. Da mir keiner folgte war für mich zu 100% klar, dass das eine kleine Betrügerei werden sollte.

Mit Wut im Bauch überhaupt soetwas abziehen zu können, fuhr ich noch ein bisschen und legte mich dann in einem kleinen Waldstückchen schlafen.

 

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